Umzugs-Ratgeber · fachlich geprüft am 17. August 2026
Melden Sie Ihren Telefon- und Internetanschluss möglichst früh um. Entscheidend sind die Verfügbarkeit an der neuen Adresse, ein realistischer Schalttermin und die Frage, ob Ihr bisheriger Anbieter dort die vereinbarte Leistung bereitstellen kann.
Der richtige Ablauf beim Umzug
- Neue Adresse prüfen: Verfügbarkeit und mögliche Anschlussarten feststellen.
- Anbieter informieren: Umzugsdatum, neue Anschrift, Wohnungsdaten und Erreichbarkeit mitteilen.
- Leistung vergleichen: Bandbreite, Technik, Preis und Vertragsbedingungen am neuen Wohnort prüfen.
- Termin bestätigen lassen: Schalttermin und gegebenenfalls Technikerbesuch schriftlich kontrollieren.
- Geräte vorbereiten: Routermitnahme, Austausch, Rückgabe und Zugangsdaten klären.
- Nach dem Umzug testen: Telefonie, Rufnummer, Geschwindigkeit und Rechnung prüfen.
Kann der bestehende Vertrag mitgenommen werden?
Kann Ihr Anbieter die vertraglich geschuldete Leistung am neuen Wohnort anbieten, läuft der Vertrag in der Regel weiter. Ein Umzug allein beendet die Mindestlaufzeit nicht automatisch und darf nicht ohne Weiteres zu einer neuen Laufzeit führen. Kann der Anbieter die Leistung am neuen Wohnort nicht erbringen, kann ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht mit einer Frist von einem Monat bestehen. Lassen Sie die Verfügbarkeitsprüfung und das Ergebnis dokumentieren.
Rechtslage prüfen: Die Bundesnetzagentur informiert zu Telekommunikationsverträgen. Für Ihren Einzelfall sind Vertrag, neue Adresse und tatsächlich angebotene Leistung entscheidend.
Wann ist ein Neuvertrag sinnvoll?
Ein Neuvergleich lohnt sich, wenn der alte Anbieter am neuen Standort nicht liefern kann, eine andere Anschlusstechnik deutlich besser verfügbar ist oder der bisherige Vertrag regulär endet. Bestellen Sie aber keinen zweiten Vertrag, bevor klar ist, wie der bestehende Vertrag endet – sonst können doppelte Kosten entstehen.
Technikertermin vorbereiten
- Name an Klingel und Briefkasten anbringen
- Zugang zu Telefondose, Hausanschlussraum oder Keller sicherstellen
- Vormietername und Lage der Anschlussdose notieren, wenn bekannt
- eine volljährige Kontaktperson für das Zeitfenster einplanen
- Mobilnummer für Rückfragen hinterlegen
- Router und mitgesandte Unterlagen bereithalten
Rufnummer beim Umzug
Innerhalb desselben Ortsnetzes lässt sich eine Festnetznummer häufig mitnehmen. Ändert sich die Ortsnetzkennzahl, ist die bisherige geografische Rufnummer normalerweise nicht übertragbar. Klären Sie frühzeitig, welche Nummer nach dem Umzug gelten wird und ab wann Sie erreichbar sind.
Wie viel Vorlauf ist sinnvoll?
Informieren Sie den Anbieter, sobald Einzugstermin und genaue Anschrift feststehen. Bei einer vorhandenen Leitung kann die Umschaltung vergleichsweise einfach sein. Bei Neubau, Glasfaserausbau, unklarer Leitungsdokumentation oder notwendigem Technikerbesuch ist deutlich mehr Zeit einzuplanen. Ein früher Auftrag ist keine Garantie für den Wunschtermin, verbessert aber die Chance auf eine lückenarme Versorgung.
Übergangslösung für Homeoffice und Familie
Wenn Internet unmittelbar nach dem Einzug benötigt wird, sollte eine Rückfallebene geplant werden. Möglich sind zusätzliches Mobilfunk-Datenvolumen, ein zeitlich begrenzter Homespot oder die Nutzung eines Smartphone-Hotspots. Prüfen Sie vorab Empfang, Datenvolumen und ob Videokonferenzen oder große Uploads damit zuverlässig funktionieren. Manche Anbieter stellen bei Verzögerungen eine Übergangslösung bereit; lassen Sie sich Bedingungen und mögliche Kosten bestätigen.
Mietwohnung, Eigentum und Neubau
Mietwohnung
Vorhandene Dose, Vormieteranschluss und Zugang zum Hausanschluss klären. Bauliche Änderungen benötigen möglicherweise die Zustimmung des Vermieters.
Eigenheim oder Neubau
Hausanschluss, Leitungsweg, Mehrspartenhauseinführung und Innenverkabelung früh mit Bauleitung und Netzbetreiber abstimmen.
Typische Fehler beim Ummelden
- nur einen Neuvertrag bestellen, ohne das Schicksal des Altvertrags zu klären
- die neue Adresse ohne Wohnungszusatz oder Etage angeben
- den Technikertermin bestätigen, aber keinen Zugang zum Keller organisieren
- davon ausgehen, dass die alte Bandbreite automatisch auch am neuen Ort verfügbar ist
- Router, Netzteil oder Leihzubehör beim Auszug verlieren
- eine neue Rufnummer kommunizieren, bevor sie schriftlich bestätigt ist
Häufige Fragen
Beginnt beim Umzug automatisch eine neue Mindestlaufzeit?
Die reine Vertragsmitnahme darf nicht ohne Weiteres zu einer neuen Laufzeit führen. Wird bewusst ein neuer oder geänderter Tarif vereinbart, können dagegen neue Bedingungen gelten. Prüfen Sie die Auftragsbestätigung.
Kann ich am alten und neuen Wohnort kurz parallel Internet haben?
Das ist nur möglich, wenn der Anbieter eine Überschneidung oder einen zusätzlichen Anschluss anbietet. Fragen Sie nach Kosten und Laufzeit, bevor Sie einen zweiten Vertrag abschließen.
Was passiert, wenn der Techniker niemanden antrifft?
Der Termin kann scheitern und ein neuer Termin oder zusätzliche Kosten können entstehen. Hinterlegen Sie eine erreichbare Mobilnummer und organisieren Sie rechtzeitig eine Vertretung.
